Mittagessen : Demokratisches Testessen für das Gymnasium

Lünen, 25.06.2010, Sabrina Radeck

 

Nordlünen. Das Gymnasium Altlünen ist auf der Suche nach einem Anbieter für das Mittagessen, das es nach den Sommerferien geben soll. Am Freitag aß sich eine Abordnung der Schulkonferenz durch drei Gänge.

Freitags gibt es eigentlich kein Mittagessen in der Mensa der Realschule Altlünen. Am Freitag war aber dennoch einer der Tische schön gedeckt, mit bunten Servietten und Blumen, farblich aufeinander abgestimmt. Der besondere Besuch: eine siebenköpfige Abordnung der Schulkonferenz vom Gymnasium Altlünen, die sich zu einem Testessen bei der Firma Pausenbrot, die für die Realschüler das Mittagessen organisiert und zubereitet, angekündigt hatte.

Das Gymnasium sucht nach einem Betreiber für die schuleigene Cafeteria, denn dort soll künftig auch Mittagessen angeboten werden. Anfangs hatte Konrektorin Heike Bennet noch gehofft, dass sich ein Elternverein um die Bewirtschaftung kümmern könnte. „Diese Idee musste wir aber leider begraben“, sagte Bennet. Es gab knapp zu wenig Eltern. Jetzt müssen schnelle Entschlüsse her, denn nach den Sommerferien soll es schon losgehen.

Suppe, Gulasch und Spaghetti

 

Die kleine Abordnung der Schulkonferenz diskutierte über Geschmack und Qualität des Angebotes.  Die kleine Abordnung der Schulkonferenz diskutierte über Geschmack und Qualität des Angebotes. Foto: WR

Von drei Anbietern, die sich der Schulkonferenz vorgestellt hatten, sind noch zwei im Rennen. Zum einen die Betreiberin des Kiosks an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, zum anderen eben die Firma Pausenbrot, die gestern versuchte, die sieben Vertreter aus Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft mit drei verschiedenen Mittagessensangeboten von sich zu überzeugen.

Und so aßen sich die Gäste an diesem doch sehr heißen Freitagmittag durch die Gemüsesuppe, das Rindergulasch mit Rotkohl und Kartoffeln und die Spaghetti mit einer Tomaten-Gemüsevariation und Beilagensalat. Natürlich immer mit einem „ganz starken Kinderblick“, wie Bennet mit einem Augenzwinkern versicherte. Denn die Endabnehmer werden schließlich die Schüler sein, denen das Essen schmecken soll. Das Rennen machten am Ende die Spaghetti, vielleicht auch, weil der Tag für Rindergulasch einfach zu heiß war. Bei der Suppe war die Gruppe geteilter Meinung, einigen war sie zu salzig, anderen zu pfeffrig, wieder andere fanden sie in Ordnung. Claudia Knobloch-Reher, Schulpflegschaftsvorsitzende, stellte aber grundsätzlich die Frage, ob Suppen bei Kindern überhaupt Sinn machen. „Eine Suppe mit Buchstabennudeln würde wahrscheinlich besser angenommen“, vermutet Lehrerin Elisabeth Wennekers-Stute und liegt damit bestimmt nicht falsch. Zumal auf dem Speiseplan der Altlüner Realschüler für diesen Monat auch eine Hühnersuppe mit Buchstabennudeln im Angebot war.

Verlieren dampfgegarte Speisen ihren Geschmack?

Auch war sich die Runde anfangs nicht sicher, ob dampfgegarte Speisen nicht vom Geschmack her fad werden. Die Gerichte kommen nämlich nicht fertig gekocht in der Schule an, sondern in halbgarem und gekühltem Zustand. Ein Kombigerät gart die Speisen dann zum einen zu Ende, zum anderen können darin frische Dinge gekocht werden. So wird immer eine Komponente der Mahlzeit vor Ort gekocht, die anderen werden angeliefert und fertiggegart. Gestern waren es die Kartoffeln und die Nudeln, auch der Salat wurde frisch zubereitet.

Die Firma Pausenbrot, die auch in Unna zwei Schulen bekocht, hatte schnell ausgeholfen, als Kanne sich aus dem verkauf von Backwaren und Getränken an der Schule zurückgezogen hatte. Die endgültige Entscheidung über den künftigen Betreiber der Cafeteria fällt in der kommenden Woche. Der Vertrag muss dann über die Stadt abgeschlossen werden.